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Erste Ergebnisse der Befragung „SiGeFEx“

Feuerwehren wünschen sich bessere Ausrüstung und mehr Ausbildung

Bild: FF Güstrow; Die Feuerwehren wünschen sich geeignete PSA für die Vegetationsbrandbekämpfung.

Von April bis Juni 2025 führte die HFUK Nord die bundesweite Online-Befragung „Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen von Feuerwehren im Umgang mit Extremwetterereignissen“ (kurz: SiGeFE) durch. An der Befragung konnten Feuerwehren aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen. Mit über 1.700 Rückmeldungen gab es einen großen Rücklauf. Es zeichnet sich ab, dass den Feuerwehren zwei Dinge besonders wichtig sind: Bessere Ausrüstung und mehr Ausbildung. In diesem Bericht stellen wir die ersten Erkenntnisse und Ableitungen aus der Auswertung von SiGeFEx dar.

Die Erhebung wurde im Zeitraum 24.03.-07.06.2025 in Kooperation mit dem Institut IAG der DGUV anhand eines Online-Fragebogens, der 55 Fragen und Unterkategorien enthielt, umgesetzt. Im knapp drei Monate andauernden Zeitraum nahmen 1.735 Personen an der Befragung teil, dementsprechend viele Fragebögen konnten insgesamt ausgewertet werden. Dabei kam der Großteil der Rückmeldungen aus den Freiwilligen Feuerwehren (94%). Fast 60% der Teilnehmenden konnten dabei einen Erfahrungsschatz von über 20 Jahren Feuerwehrmitgliedschaft aufweisen und sind in unterschiedlichen Führungspositionen der Feuerwehr tätig (58% mindestens Erfahrung in der Zugführung).

Vor allem Extremwetter in Verbindung mit Hitze haben aus Sicht der Feuerwehren zugenommen.

Einsätze bei Hitze und Trockenheit nehmen zu

Bei der Frage, welche Einsätze besonders intensiv und häufig vorkommen, zeichnet sich ab, dass die heißen Monate mittlerweile als besondere Belastung in den Feuerwehren empfunden werden. Trockenheit, Dürre bzw. Hitzewellen und Vegetationsbrände haben aus der Sicht der Befragten in jedem Fall über die vergangenen Jahre am meisten zugenommen.

Knapp drei Viertel aller Befragten geben an, dass in diesem Zusammenhang mehr Ressourcen hinsichtlich Zeit, Maschinen und Gerätschaften sowie Personal benötigt werden. Als weitere Zunahme am Einsatzgeschehen wurden Starkregen und Stürme genannt. Vor diesem Hintergrund stehen körperliche und auch psychische Belastungen besonders im Fokus. Intensive und langanhaltende Einsätze führten die Befragten dabei als besonders kritisch auf, verbunden mit der Erwartung, dass diese in Zukunft zunehmen werden.

Forderung nach besserer Ausrüstung und mehr Unterstützung

Unabhängig von der aktuellen Situation und den Umständen in der jeweiligen Wehr sehen die Befragten vor allem bei Vegetationsbränden, Starkregen und Stürmen künftig Handlungsbedarf, wenn es darum geht, die Sicherheit und Gesundheit der Einsatzkräfte zu verbessern.

Ganz oben auf der Agenda der Feuerwehren stehen dabei vor allem die Themen Persönliche Schutzausrüstung (für jeweilige Einsätze geeignete PSA, mehr oder neuere Schutzausrüstung usw., 529 Nennungen) und spezifischere Schulungen bzw. eine Erweiterung des Schulungsangebots zum Thema Einsätze/ Übungen bei Extremwetterereignissen (362 Nennungen). Darüber hinaus wünschen sich die Feuerwehren auch leistungsfähigeres, technisches Equipment (295 Nennungen). Für viele der Befragten spielt auch die körperliche Vorbereitung, Fitness und Gesundheitsvorsorge eine Rolle und und es wird hier Handlungsbedarf gesehen (233 Nennungen).

Abschließend wurde nach möglichen Unterstützungen seitens der Feuerwehr-Unfallkassen gefragt: Angefangen von Fachempfehlungen, Schulungsmaterial, Lehrgänge und Seminare, Zusammenarbeit von unterschiedlichen Akteuren bis hin zu mehr Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit sind hier unterschiedliche Bereiche und konkrete Vorschläge genannt worden, die aus Sicht der Befragten sinnvoll und zielführend wären.

Bei Ausrüstung, Technik und Schulung sehen die Feuerwehren am ehesten „Nachholbedarf“.

Persönliche Gesundheit steht im Fokus

Ein weiterer für die Präventionsarbeit wichtiger Fragenblock beschäftigte sich mit bestimmten durch Extremwetterereignisse bedingte Gefährdungen und in diesem Zusammenhang mit geplanten oder bereits umgesetzten Maßnahmen in den Feuerwehren.

Aus Sicht der Befragten sind gesundheitliche Probleme und Einschränkungen aufgrund langandauernder Hitzeperioden, Haut- und Augenschäden sowie körperliche Beeinträchtigungen und Unfälle (bspw. bei der Beseitigung von Folgeschäden) die größten Risiken.

Gerade bei den genannten gesundheitlichen Problemen gibt es mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen technischen, organisatorischen und persönlichen Maßnahmen, die ergriffen worden sind, um die Sicherheit und Gesundheit der Einsatzkräfte zu stärken.

Aufholbedarf sieht man seitens der Feuerwehren allerdings vor allem in der Organisation, Information und Qualifizierung, denn in beiden Kategorien (Organisation 46%, Information und Qualifizierung 44%) fühlen sich jeweils nicht einmal die Hälfte mindestens gut auf die Herausforderungen der sich ändernden Einsatzlagen vorbereitet.

Diese kompakte Darstellung der Ergebnisse gibt einen ersten Einblick in die aktuelle Situation und Arbeit der Feuerwehren in Deutschland vor dem Hintergrund der saisonal und regional unterschiedlichen Extremwetterereignisse. Ein ausführlicher Bericht wird noch veröffentlicht. Anhand der Ergebnisse sollen bedarfsgerechte Präventionsmaßnahmen und -angebote abgeleitet und weiterentwickelt werden.