Statistik der HFUK Nord und der FUK Mitte
Unfallgeschehen für das Jahr 2025 ausgewertet
Über die Unfallzahlen des vergangenen Jahres zu berichten, ist ein fester Bestandteil der Sommerausgabe des FUK-Dialog. Wie viele Unfälle gab es 2025? Bei welchen Tätigkeiten lagen die Unfallschwerpunkte? Die FUK Mitte und die HFUK Nord informieren nachfolgend detailliert über das Unfallgeschehen.
Feuerwehr-Unfallkasse Mitte: Unfallzahlen im Einsatzdienst weiter steigend
Beim Blick auf die Unfallzahlen der FUK Mitte des vergangenen Jahres wird schnell sichtbar, dass der Einsatzdienst, d.h. die Bereiche Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung und die Abwehr sonstiger Gefahren wieder einmal der Bereich ist, in dem die meisten Unfälle passiert sind und das Unfallgeschehen im Vergleich zum Vorjahr sogar noch zugenommen hat. Zunächst der Blick auf die Gesamtzahlen: Der Feuerwehr-Unfallkasse Mitte sind im Jahr 2025 insgesamt 1.567 Versicherungsfälle gemeldet worden, 194 Meldungen mehr als im Jahr 2024. In Zuständigkeit der Feuerwehr-Unfallkasse Mitte lagen davon 1.194 anerkannte Versicherungsfälle. Das sind 207 Unfälle mehr als im Vergleich zum Vorjahr.
Mit 48% der Gesamtunfälle ist der Einsatzdienst im Geschäftsgebiet der FUK Mitte der Unfallschwerpunkt Nummer eins. In der Übersicht wird der Einsatzdienst einzeln nach Brandbekämpfung, Technischer Hilfeleistung und Abwehr sonstiger Gefahren abgebildet. Auf dem zweiten Platz liegt der Übungs- und Schulungsdienst (28%). Auf Platz drei finden sich die dienstlichen Veranstaltungen, wie beispielsweise Jahreshauptversammlungen, Ausflüge und Zeltlager der Jugendfeuerwehren. Somit zeigt sich kaum eine Veränderung zur Verteilung im vergangenen Jahr.
Warum ist der Übungs- und Schulungsdienst so unfallträchtig? Was zählte alles dazu?
In dieser Kategorie werden Unfälle zusammengefasst, die bei der regelmäßigen Standortausbildung geschehen, in Atemschutz- oder Brandübungsanlagen, bei Einsatzübungen und bei Feuerwehrwettkämpfen.
Und genau jene Feuerwehrwettkämpfe sind in Sachsen-Anhalt und Thüringen sehr unfallträchtig. 26% der Unfälle im Übungs- und Schulungsdienst ereigneten sich im Zusammenhang mit diesen Vergleichen, und nicht selten ist hier der Löschangriff nass gemeint.
Mit Beginn des Sommerhalbjahres starten die freiwilligen Feuerwehren mit der praktischen Ausbildung im Freien und folglich auch damit, sich auf die anstehenden Feuerwehrwettkämpfe vorzubereiten. Objektiv steigen dann auch die Unfallmeldungen bei der Feuerwehr-Unfallkasse Mitte in dem Bereich an. Ein Großteil der Verletzungen sind Prellungen, aber auch das Einklemmen und Quetschen an wasserführenden Armaturen und Schläuchen hat zugenommen. Besonders betroffen sind hier die Körperteile Hände und Finger mit teils schweren Verletzungen. Durch den Druckaufbau im Schlauch und die Kraft des Wassers sind schon so einige Finger im gedrehten Schlauch eingeklemmt und gequetscht worden. Im vergangenen Jahr kam es bei einer Übung zum Löschangriff sogar zum Abriss des kleinen Fingers.
Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord: Unfallzahlen gesunken, Kosten deutlich gestiegen
Im Jahr 2025 verzeichnete die HFUK Nord weniger Unfälle, aber höhere Kosten. Zunächst ein Überblick: Die Gesamtzahl der Unfälle sank von 1.619 im Jahr 2024 auf 1.544 im Jahr 2025, dies sind knapp 5% weniger. Bei der Art des Feuerwehrdienstes hat der Übungs- und Schulungsdienst mit einem Anteil von 38% den größten Anteil an den Unfallzahlen. Unter anderem gibt es eine deutliche Zunahme von Unfällen bei feuerwehrtechnischen Vergleichen (+ 32 Fälle). In diesem Zusammenhang weisen wir auf das Medienpaket „Feuerwehrwettkämpfe“ hin, wo Hinweise enthalten sind, wie man diese Wettkämpfe sicher gestalten kann.
Eine Zunahme von Unfällen gab es auch bei den Brandeinsätzen. Hier stiegen die Unfallzahlen von 268 auf 289 Unfälle, also 21 Unfälle (+ 8%) mehr.
Bei den dienstlichen Veranstaltungen (307 Unfälle) war eine geringe Zunahme der Unfallzahlen zu verzeichnen. Hier spielen Feuerwehrbälle, Zeltfeste und Umzüge eine besondere Rolle.
Hinweis: Die Wege- und Dienstwegeunfälle im und außerhalb des Straßenverkehrs sind in dieser Darstellung den feuerwehrdienstlichen Tätigkeiten zugerechnet, zu bzw. von denen die Feuerwehrangehörigen unterwegs waren. Bei der HFUK Nord machte dieser Anteil im Jahr 2025 10% des Unfallgeschehens (153 Unfälle) aus.
Unfallzahlen und Gesamtkosten im Jahresvergleich
Im Jahr 2025 verzeichnete die HFUK Nord weniger Unfälle, aber deutlich höhere Gesamtkosten. Trotz des Rückgangs der Unfallzahlen stiegen die Gesamtkosten von 1.849.323 € auf 2.190.713 € deutlich an. Das entspricht einem Plus von rund 341.000 €, also über 18% mehr. Damit erhöhten sich die durchschnittlichen Kosten pro Unfall von 5.485 € auf 6.263 € – ein Anstieg um rund 14%.
Die Krankenhausstatistik zeigt, dass ein Teil dieses Kostenanstiegs plausibel mit den gestiegenen Behandlungskosten zu erklären ist. Dabei stiegen auch die Krankenhausfälle von 67 auf 79 und die durchschnittliche Verweildauer von 5,9 auf 7,9 Tage. Das bedeutet: Unfälle verursachten 2025 nicht nur häufiger stationäre Aufenthalte, sondern diese Aufenthalte dauerten auch länger und waren kostenintensiver.
