Gesundheitsschutz
Extremwetter-Einsätze erfordern weitere Anpassung der Ausrüstung
Der Sommer 2026 hat gezeigt: Die Feuerwehren werden durch die Klimaveränderungen vor Herausforderungen gestellt. Viele Einsätze in Deutschland und europaweit waren während der Hitzeperioden zu absolvieren, es gab dabei zahlreiche, sehr ausgedehnte Vegetationsbrände. Den Ergebnissen der „SiGeFEx“-Befragung der HFUK Nord zufolge, an der im vergangenen Jahr mehr als 1.700 Führungskräfte der Feuerwehren in Deutschland teilnahmen, haben extremwetterbedingte Einsätze in den vergangenen Jahren weiter deutlich zugenommen. Umso wichtiger ist es, im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz zu handeln und die Feuerwehren entsprechend auszustatten. Einen besonderen Stellenwert haben hierbei organisatorische Maßnahmen und die Persönliche Schutzkleidung.
Brandbekämpfung bei Gluthitze
In diesem Sommer kam es bei Einsätzen wieder zu Erschöpfungszuständen und Kreislaufproblemen bei Einsatzkräften, die bei großer Hitze im Einsatz waren. Begünstigend waren neben einer unzureichenden Flüssigkeitsaufnahme der Umstand, dass keine geeignete Einsatzschutzkleidung vorhanden war bzw. getragen wurde. Für Vegetationsbrände gibt es bereits dünne Schutzkleidung gegen Flammen, die entsprechend so konfektioniert und aufgebaut ist, dass sie die tragende Person schützt, dabei aber auch einen besseren Luftaustausch zulässt. Die drei- bis vierlagige Einsatzschutzkleidung für die Innenraumbrandbekämpfung ist für den länger andauernden Einsatz bei der Vegetationsbrandbekämpfung nicht gemacht und nicht geeignet!
Es ist nach aktueller Studienlage zu erwarten, dass sich die klimatischen Gegebenheiten zukünftig noch stärker auf das Einsatzgeschehen der Feuerwehren auswirken – vor allem im Sommerhalbjahr werden Dürre und gleichzeitige Hitze zunehmen. Brandgefährlich, im wahrsten Sinne des Wortes.
In der Nachbetrachtung des Einsatzgeschehens des abgelaufenen Sommers sollte deshalb durch Feuerwehr und Gemeinde als Trägerin des Brandschutzes analysiert werden, wo der Gesundheitsschutz optimiert werden kann. Dazu muss die Frage gestellt werden, ob angesichts vieler bzw. zunehmender Einsätze z.B. für die Vegetationsbrandbekämpfung die richtige Schutzkleidung vorhanden ist bzw. dort Bedarf besteht, zukünftig besser vorzusorgen und entsprechende Beschaffungen einzuplanen. Der Herbst ist der beste Zeitpunkt dafür, um in die entsprechenden Planungen für das kommende Jahr rechtzeitig einzusteigen.
Flüssigkeitszufuhr und persönliche Fitness

Dies gilt auch für die Versorgung mit ausreichend Flüssigkeit. Die Feuerwehren müssen organisatorisch regeln, wie für Feuerwehreinsätze und -übungen unmittelbar und zu jeder Zeit Getränke mitgeführt und bereitgestellt werden können.
Zudem muss für die Herzkreislauf-Gesundheit in den Feuerwehren immer wieder sensibilisiert werden: Allein im Geschäftsgebiet der FUK Mitte und der HFUK Nord ereigneten sich im Jahr 2026 bisher fünf kreislaufbedingte Todesfälle bei Feuerwehrangehörigen. Bei jeder Einsatzkraft muss deshalb ein entsprechend trainierter gesundheitlicher Allgemein- und Fitnesszustand vorhanden sein, um hohe Belastungen gesund zu überstehen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Erste-Hilfe-Ausbildung innerhalb der Feuerwehr: Alle Einsatzkräfte müssen in puncto Wiederbelebungsmaßnahmen fit sein, damit bei einem Kreislaufstillstand sofort die Reanimation eingeleitet und den eigenen Kameradinnen und Kameraden schnellstmöglich geholfen werden kann. Dazu informiert auch die Initiative „Herzgesunde Feuerwehren“:
Initiative „Herzgesunde Feuerwehren“

https://www.hfuknord.de/hfuk/praevention/fachthemen/fitforfire-und-jffit/herzgesundheit.php
